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Wolfpack Unleashed – Ein Lichtblick am österreichischen Thrashhimmel

Österreich und Thrashmetal – ein leidiges Thema. Nur sehr wenige Bands schaffen den Durchbruch mit dieser Stilrichtung. Das dürfte nun auch auf Wolfpack Unleashed zutreffen. Knapp 3 Jahre besteht die Band nun und mit ihrem neuesten Output „Anthems Of Resistance“ werden sie definitiv keine Konzerthalle in unseren Breitengraden unverschont lassen. Was uns Sänger Tschunta und Gitarrist Wops zu erzählen haben, könnt ihr im folgenden nachlesen.


erstellt: 2007-10-29
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Metalfanatics:  Zuerst mal vielen Dank dass ihr zwei euch für uns Zeit genommen habt.

Tschunta:  Gerne, ist ja selbstverständlich, dass wir uns die Zeit nehmen für ein Interview mit einem Magazin, das uns schließlich von Anfang an unterstützt hat.

Wops:  Jau, Gruß an den Herrn Trinkaus :-)

Metalfanatics:  Erzählt uns doch einmal ein wenig über den Werdegang von Wolfpack Unleashed. Ihr macht ja noch gar nicht mal so lange gemeinsame Sache oder?

Wops:  Prust, ist eine kurze Story. Also Anfang 2005 von mir und dem Haunz gegründet, dann ein paar Monate drauf den Karlhoven adoptiert und schließlich mit Panzerpapst Wirth komplettiert. Wir haben dann irgendwann 2005 das Demo „The Art Of Resistance“ aufgenommen, was aber erst 2006 fertig wurde, da mir die Studentenbeihilfe wegfiel und die Kohle fürs Studio ausging ;-) Dann das Demo geschwind verschickt und nach den coolen Reviews aus der Heimat kam dann auch Italien und v.a. Deutschland dazu, und irgendwann waren wir nicht mehr zu übersehen. 2007 unterschrieben wir bei Napalm und veröffentlichten „Anthems Of Resistance“. Eine längere, langweilige Bio (die ich mal updaten sollte ;) gibt´s hier www.wolfpackunleashed.com/biography_e.html

Metalfanatics:  Vor kurzem ist ja euer Napalm Records-Debüt „Anthems Of Resistance“ auf den Markt gekommen. Ist wirklich ein Hammerteil geworden, Gratulation!

Tschunta:  Vielen Dank, ja wir sind auch sehr zufrieden mit dem Teil. Vor allem die vielen guten Reviews von allen möglichen heimischen wie internationalen Magazinen, große und kleine, sind natürlich ein Wahnsinn für uns.

Metalfanatics:  Wie ist das Album entstanden und wie sieht bei euch das Songwriting aus?

Tschunta:  In der Regel ist das so, dass Wops seine Riff-Ideen immer wieder leicht abändert und kombiniert, bis ihm die Sache rund vorkommt und er dann sozusagen schon mit einem kompletten Song zu uns kommt. Der besteht erstmal nur aus diversen Gitarrenspuren und einem programmierten Schlagzeug, um es einfach mal anhörbar zu machen. Diese Lieder werden dann per mp3 auf alle verteilt und jeder hat dann seine Hausaufgaben zu machen, sei das z.T. noch etwas Gitarrenanteil, speziell Lead, oder Schlagzeug sowie der Gesang. Beim Gesang hör ich mir das ganze so lange an bis ich eine Gesangslinie dazu gefunden habe. Meistens habe ich dann auch schon aus der Stimmung des Songs heraus eine grobe Idee für das Textkonzept. Manchmal schreibe ich dann wild drauf los, oft aber wird ziemlich intensiv mal im Internet recherchiert, und mit dieser Art Inspiration dann der Text verfasst. Nachdem Text, Drums und alles gewachsen ist, der Song mit der Zeit vielleicht noch etwas modifiziert wird, ist das ganze irgendwann dann reif für eine Probe und später dann wird die vorläufige Endversion noch kurz als eine Art interne Demo grob mit Gesang aufgenommen. Also eigentlich ganz einfach. Aber man merkt schon deutlich, dass moderne Technik wie Homerecording, email und mp3 die Sache deutlich vereinfachen. Irgendwie kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie das früher funktioniert hat.

Wops:  Kann man schon ;-) Aber per Computer ist es viel einfacher, man hat ein fixfertiges Bild vom finalen Song und muss sich nicht die Ohrmuscheln vom Schlagzeuger ruinieren lassen oder den Song 100.000 mal spielen :-)

Metalfanatics:  Auf der neuen CD findet sich jedoch nur ein neuer Song. Alle anderen wurden schon auf „The Art Of Resistance“ veröffentlicht. Wie ist es dazu gekommen?

Wops:  Wir mussten die Sachen aufnehmen, die wir mit dem Budget produzieren konnten, schließlich sind ja auch Cover und Fotos nicht gerade billig gewesen. Also haben wir von „TAOR“ die Songs übernommen, da wir die Gitarrenspuren und Cubase-Arrangements 1:1 übernehmen konnten und nur mehr Bass, Drums und Vox neu aufnehmen mussten. Außerdem hat ja das Demo nie weltweiten Vertrieb gehabt, so gesehen haben 99,9% der Metaller noch nie einen Song davon gehört. Alle anderen wurden bei unserer „WPU-Supporter“-Aktion sehr fair behandelt, wo es für Demokäufer „Anthems…“ um 7€ inklusive Versand gab. Das soll mal eine Band nachmachen ;-)

Metalfanatics:  Was hört ihr privat so für Musik bzw. welche Bands inspirieren euch bei eurer Musik?

Tschunta:  Ach, bei mir ist es wirklich alles quer durchs Beet außer Hip-Hop und Techno, also „Unmusik“ aus der Dose. Hauptsächlich aber natürlich Metal, wobei ich mich hier gar nicht so fixiere. Ich höre sowohl alte Sachen wie auch Neue, von Meshuggah bis Rhapsody, wobei Thrash-Bands aber doch überwiegen.

Wops:  Thrash und Melodic Death. Sehr selten Death Metal, da mich seit Mitte der 90er alles langweilt, was da rauskommt. Und Country hahaha

Metalfanatics:  Wie siehst du die österreichische Metalszene?

Tschunta:  Zweigeteilt. Auf der einen Seite gibt es den klassischen Underground. Eine ganze Flut an Bands, die eigentlich aus Metalfans bestehen, die selbst Musik machen wollen. Überhaupt ist in Österreich fast die Hälfte der Leute, die Metal hören, selbst in einer Band. Einige dieser Bands schaffen es dann auch durch harte Arbeit dem Underground leicht zu entfliehen und ergattern einen kleineren Record-Deal. Auf der anderen Seite gibt es einzelne Bands wie Serenity, Thirdmoon, Lords Of Decadence, The Sorrow, Hollenthon, aber auch Visions Of Atlantis, Pungent Stench (nun ja nicht mehr) oder Belphegor, die nach meinem Gefühl irgendwie nie so richtig im Underground involviert waren, sondern von Beginn an ihr eigenes Ding durchgezogen haben und sich eigentlich am Underground fast vorbeigeschlichen haben in eine mehr oder weniger höhere Liga. Auf alle Fälle hat die österreichische Szene zwei Probleme. Erstens absolute Medienabsenz. Metal ist praktisch nirgends präsent. Das zweite Problem ist meiner Meinung nach nicht weniger tragisch. Österreichs Szene ist eine Szene der Neider und Missgünstlinge. Im Underground ist alles fein. Alle kennen sich, gehen regelmäßig miteinander einen heben usw. Sobald aber eine Band auch nur den kleinsten Erfolg einfährt kommen sofort die Ratten aus ihren Löchern. Plötzlich gibt es unglaublich viele Leute, die auf einmal die und das an der Musik nicht mögen, immer schon gewusst haben, wie mies die band eigentlich ist und dass der Grund des Erfolges sicher nicht die Arbeit oder Leistung an sich sein kann, sondern dass da typische Freunderlwirtschaft dahinter stecken muss. Bitte mich nicht falsch zu verstehen. Österreich hat eine super Szene. Es wird auch wirklich viel gemacht. Vor allem die vielen Festivals, die in den letzten Jahren entstanden sind, die auch den Underground involvieren, sind großartig. Aber es kann einfach nicht sein, dass manche Bands auf ein solches Festival nicht gebucht werden, weil ich der Band den Erfolg nicht gönne oder weil da irgendwelche komischen persönlichen Differenzen zwischen zwei Einzelpersonen bestehen, oder dass bei Undergroundkonzerten manche Bands absichtlich runtergemischt werden. Hier bekämpft der Underground seinesgleichen anstatt sich selbst zu unterstützen und gegenseitig hochzuhelfen und zu pushen.

Wops:  Gebe dem Tschunta fast überall Recht. Die Neider wird´s immer geben, in der Regel sind das irgendwelche C-Liga Bands, die selber nix auf die Reihe bringen außer sich mit ihren 3 besten Kumpeln, die sie ach so geil finden, das Maul über andere zu zerreißen, weil sie keine guten musikalischen Argumente haben. Die wirklichen Klassebands wie eben Hollenthon & Serenity oder die Lords Of Decadence machen das nicht, weil sie es nicht nötig haben und ihnen der Rockstar vom Keller gegenüber wurscht ist. Positiv sind aber sicher einige andere Leute hervorzuheben, nehmen wir mal den KV Kaltenbach oder Metallic Arts, welche den Undergroundlern ne faire Chance geben und damit eine ausgezeichnete Alternative zu den fast schon monopolisierten Großveranstaltern sind, die neue Bands eh nur ausnehmen. Und schließlich darf man Napalm nicht vergessen, die mehr Ö-Bands haben als alle anderen Labels auf der Welt zusammen und sie im Gegensatz zu manchen neuen Labels nicht abziehen, ohne über Vertrieb, Promotion oder Budget zu verfügen.

Metalfanatics:  Mit welchen Bands würdet ihr gerne einmal die Bühne teilen bzw. wie würde euer Traum-Lineup aussehen?

Tschunta:  Jetzt träume ich mal: Testament und Megadeth, und Vorgruppe dürfen Metallica spielen, haha. Nein im Ernst, ein Package mit so mancher Größe des klassischen 80er Bay-Area Thrash wäre natürlich ein Wahnsinn. Aber da muss man schon realistisch bleiben. Auf alle Fälle sollte ein Package schon passen. Es hat sicher keinen Sinn für uns, mit einer Gothic, Black oder Gore-Kapelle zu spielen.

Metalfanatics:  Was machen Wolfpack Unleashed, wenn sie gerade mal nicht Musik machen?

Tschunta:  Eigentlich haben wir alle ganz normale spießige Jobs. Wir haben zwei Metallarbeiter, was bei uns zu Hause ja die hälfte aller Personen ist, Wops ist gelernter Lehrer und ich bin Verfahrenstechniker für Papier. Ich bin sowieso der Oberspießer, ich bin auch noch verheiratet und hab schon ein Kind. Sonst machen wir alle das übliche: Schwimmen, Lesen, Radfahren… ;-)

Wops:  Jo, ein ziemlich langweiliges Leben führen ;-) Der Karli arbeitet in irgendeiner Schwitzhütte und Dani spielt nebenbei auch noch bei einigen anderen Kappellen, aber sonst is der Höhepunkt der Woche meistens der Beischlaf mit der Freundin oder das Besäufnis zum WE.

Metalfanatics:  Wie sieht die nahe Zukunft aus? Was kann sich der Fan erwarten?

Wops:  Mal gucken, wie das Album so läuft. Wir erarten uns, wenigstens genug Alben zu verkaufen, damit Napalm die Option auf das zweite Album zieht. Was dann kommt, ist schnell umschrieben: es wird Riffs regnen! 7 Songs sind fertig, und es geht ziemlich schnell und hart zur Sache, weil wir nicht alle Riffs mit Melodien voll stopfen müssen. Schließlich haben wir mit dem Tschunta einen Sänger, der selbst genug Melodien einbringt. Außerdem hat Karlhoven seine ersten Songs geschrieben, die auch ziemlich cool sind. Auf alle Fälle werden die Trademarks „schnelles detailverliebtes Fingerbrech-Thrash-Riffing“ und „“Melancholisch Hymnische Passagen“ noch mehr ausgereizt. Wem also „Anthems…“ gefällt, dem wird der Nachfolger auch zusagen.

Metalfanatics:  Ok, die letzten Worte gehören nun euch…

Tschunta:  Ja, wie gesagt, vielen Dank noch mal für das Interview und die tolle Kritik unserer CD. An den geneigten Leser: Schaut mal auf unsere Myspace-Seite www.myspace.com/wolfpackunleashed oder unsere Homepage www.wolfpackunleashed.com, wo unser neues Album „Anthems Of Resistance“ zum absoluten Niceprice erhältlich ist. Thrash on!

Metalfanatics:  Ok, dann danken wir herzlichst, dass ihr euch für mich Zeit genommen habt. Viel Erfolg mit eurem neuen Album. Man sieht sich hoffentlich bald mal!


Das Interview führte: Ogerl

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