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| Catapult Promotion - Die Tücken des Veranstaltens Ein Blick hinter die Kulissen von Catapult Promotion. Unser Kollege Ogerl, der auch bei Catapult mit die Fäden zieht, erklärt, warum das Veranstalten von Konzerten kein Honiglecken ist. | erstellt: 2010-04-17 ...alle Interviews |
Metalfanatics: Du bist ja Gründungsmitglied von Catapult Promotion... Ogerl: Zuerst mal danke für das Interview. Also Gründungsmitglied ja, die Idee, die Agentur ins Leben zu rufen kam aber von Dominik, der auch Chef von Catapult Promotion ist. Zur Zeit sind wir drei Leute, die für Booking und Promotion verantwortlich sind. Nebenbei haben wir mittlerweile schon ein perfekt eingespieltes Flyerteam - das von Jasmin geleitet wird - beisammen und auch sonst sind wir schon gut eingespielt. Um es kurz zu sagen: Es läuft eigentlich prima! Metalfanatics: Welche Intentionen hattet ihr anfangs? was war das Ziel? Ogerl: Unser Ziel war von Anfang an klar: Wir wollen den Leuten tolle Shows und jede Menge Spaß bieten und ich denke, das ist uns bis jetzt auch echt gut gelungen. Wir haben ein tolles Umfeld für Bands geschaffen, für die wir die Promotion übernommen haben. Ich denke mir, die Zusammenarbeit läuft sehr gut. Natürlich gibt es überall noch Verbesserungsbedarf, aber das kommt alles mit der Zeit. Metalfanatics: Nach knapp 2 jahren stellt man sich die Frage, ob diese Ziele erreicht wurden? Ogerl: Ich würde jetzt mal sagen ja! Wir sind in Österreich aber auch im Ausland angesehen und haben schon wichtige und gute Kontakte geknüpft, denn ohne diese würde das ganze gar nicht funktionieren. Wie schon oben erwähnt geht da aber sicher noch mehr. Metalfanatics: Ist anfängliche Begeisterung einer realistischeren Betrachtungsweise gewichen? Ogerl: Natürlich waren wir anfangs sehr euphorisch und wollten Bäume ausreißen. Wir haben aber schnell gemerkt, dass dieses Business seine Tücken hat und nicht alles von selbst läuft. Allerdings haben wir da sehr gut drauf reagiert und im richtigen Moment eingelenkt. In der Vergangenheit sind leider schon viele Veranstalter böse eingefahren, das wollten wir natürlich verhindern und haben das echt gut gemeistert. Natürlich war es anfangs schwer, wirklich gute Shows zu bekommen. Man kennt dich nicht, ist sich nicht sicher ob das gut geht usw.! Aber wir haben es in kurzer Zeit geschafft, uns einen Namen in der Szene zu machen und jetzt kommen auch große Agenturen auf uns zu! Das baut natürlich auf und motiviert zusätzlich. Metalfanatics: Wo liegen eigentlich eure Grenzen, was die Größenordnungen eurer Produktionen anbelangt? Ogerl: Naja man muss natürlich schon schauen, wie realistisch ein Angebot ist. Hier muss man auf jeden Fall genau abwägen, ob es Sinn macht eine Show zu veranstalten oder nicht. Von den Größenordnungen her hatten wir schon Shows mit 500 Leuten, z.B. in der Szene Wien. Ansonsten bewegen sich die Zahlen zur Zeit in einem Bereich von 100-350 Leuten. Aber das ganze ist natürlich ebenfalls noch ausbaufähig. Metalfanatics: Seid ihr zufrieden, so wie es jetzt läuft, auch hinsichtlich der Größe der meisten Locations, die ihr nützt? Ogerl: Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden mit den Locations. Ab und an war die Location zu klein, was uns im nachhinein selbst überrascht hat. Aber ein kurzfristiges Ausweichen auf eine größere Location in Wien ist natürlich durch die Programmdichte nicht einfach. Metalfanatics: Ihr macht ja sehr viel im Escape-Metal-Corner Wien. Da scheint's eine gute Kooperation zu geben.... Ogerl: Das ist richtig. Dominik ist auch als Hauptbooker des Escape tätig. Daher finden dort auch die meisten Shows statt. Auch die Kapazität sowie das gesamte Umfeld betreffend passt es dort optimal. Hier gibt’s absolut nichts zu bemängeln. Die Zusammenarbeit wird von Show zu Show natürlich auch immer besser, wir sind mittlerweile ein gut eingespieltes Team. Metalfanatics: Wie schaut ein Deal-Angebot eigentlich aus? Bucht ihr hier auschließlich für die Shows in Wien? Ogerl: Über genaue Details kann ich hier natürlich keine Auskunft geben. Aber es gibt natürlich verschiedene Deals. Das ist von Show zu Show unterschiedlich. 90% unserer Shows machen wir zur Zeit in Wien, aber wir hatten auch schon Konzerte zum Beispiel in der Steiermark, in Gleisdorf und Graz. Unser nächstes Ziel kann nur heißen, auch die Bundesländer mit fetten Shows zu füttern. Daran arbeiten wir jetzt intensiv. Metalfanatics: Wie nutzt ihr das Internet? Ihr seid ja alle ziemlich umtriebig im Netz. Ogerl: Das Internet ist wohl in Zeiten von myspace, Facebook, Twitter und Co. das wohl wichtigste Medium, um für Shows Promotion zu betreiben. Hier sprichst du den Großteil der Metalfans an. Das ist extrem wichtig. Man kann nie genug Werbung für eine Show machen. Was passiert, wenn dem nicht so ist, hat man ja bei vielen Veranstaltern schon gesehen. Metalfanatics: Was ist der größte Fehler, den Amateurveranstalter machen? Ogerl: Jeder fängt mal klein an. Auch wir haben Anfangs Fehler gemacht. Das größte Problem besteht wohl darin, dass einige Leute frisch drauf los buchen und hoffen, dass alles gut läuft. Das kann so nicht funktionieren. So eine Produktion gehört von A-Z durchgeplant, damit es kein böses Erwachen am Ende gibt. Das ist wohl das Hauptproblem. Viele Leute wissen gar nicht, was für Aufwand und Geld hinter so einer Show steckt. Das wird oft vergessen. Metalfanatics: Kann man von dem Job eigentlich leben? Ist das eigentlich ein Ziel, welches ihr persönlich erreichen wollt? Ogerl: Es ist natürlich schwierig davon zu leben. Dominik zum Beispiel macht die Sache hauptberuflich, er hat aber auch noch einen Job bei Rock The Nation. Benny geht noch zur Schule und macht die ganze Sache „nebenberuflich“. Bei mir ist es genauso. Ich gehe einem ganz normalen Job nach und mache nebenberuflich Catapult Promotion. Ich kann davon sicher nicht leben, sonst würde ich den Job schon hauptberuflich machen. Ein gewisses Risiko ist natürlich immer dabei und das kann ich ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr eingehen. Metalfanatics: Was sind die Unterschiede der Metalszene zu anderen Szenen? Haben es Alternative/Indie/Electronic-Veranstalter leichter? Ogerl: Wie es in der Alternative/Indie/Electronic-Szene aussieht kann ich leider nicht sagen, damit beschäftige ich mich ganz ganz selten. Fakt ist jedoch, dass besagte Szene wesentlich größer als die Metalszene ist. Dadurch kann ich mir schon vorstellen, dass es diese Veranstalter leichter haben, ausverkaufte Shows zu haben. Aber wie schon gesagt, das kann ich nur vermuten. Metalfanatics: Wien explodiert ja förmlich vor Konzerten. Ihr seid zumindest im UG-Bereich nicht unschuldig dran. Rentiert es sich trotzdem, die eine oder andere Show zusätzlich zu buchen? Ogerl: Glaube mir, wenn wir alles buchen würden, gäbe es jeden Tag eine Show in Wien. Das ist unmöglich, auch zeittechnisch! Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf Shows, wo wir glauben, dass die Leute daran interessiert sind oder Touren, die schon länger nicht mehr in Österreich zu sehen waren. Das ist unser Hauptaugenmerk. Und bis jetzt funktioniert das eigentlich ganz gut. Metalfanatics: Haben die Leute überhaupt genug Kohle und Zeit oder stellt man sich die punktuelle Zielgruppenfrage? Ogerl: Ich denke mir das gleicht sich irgendwie aus. Sowohl Zielgruppen als auch „Allround-Metaller“ sollen hier angesprochen werden. Es ist klar, dass man nicht erwarten kann, dass ein Hardcore-Fan zu jedem Blackmetal-Konzert kommt. Was jetzt nicht heißen soll, das es so etwas nicht gibt. Aber mit diesem Zielpublikum rechnen wir natürlich nicht bei so einer Show. Andererseits gibt es eben einige Leute, deren Hobby die Musik ist und die dafür auch leben bzw. ihr Geld ausgeben und so viele Shows wie nur möglich besuchen. Solche finden sich bei unseren Shows immer wieder und das freut einen natürlich, wenn jemand so für die Musik lebt. Metalfanatics: Sprich, hat sich die Szene insofern auch gesplittet, dass die Fans wirklich punktuell zu ihrem Lieblingsgenre-Konzert gehen? Ogerl: Ich glaube nicht, dass das erst jetzt so ist. Das ist seit Jahren schon so. Wenn mich als Privatperson z.B. ein Konzert interessiert, dann gehe ich dort hin. Mich wird man aber z.B. kaum auf Black-Metal Konzerten treffen, da dies einfach nicht meinen Geschmack trifft. So denken wohl viele andere Leute auch. Metalfanatics: Ihr macht ja vor allem corige Metalgigs. Ab und zu gibt's Ausnahmen. Im gesamten schwarzmetallischen Bereich seid ihr eher ruhig geblieben. Hängt das mit persönlichen Vorlieben zusammen oder ist dieses Segment an andere Veranstalter gebunden? Ogerl: Falsch! Unser Hauptaugenmerk bei Shows liegt sehr wohl im Death Metal und Grindcore. Wir hatten schon das Vergnügen mit Bands wie Vomitory, Atheist, Cryptopsy, Hate Eternal, Misery Index oder Brutal Truth zusammen zu arbeiten. Da sehe ich keinen Core. Natürlich sind die moderneren Sachen teilweise corelastig, aber man muss natürlich auch darauf achten, was den Leuten gefällt. Und damit sind wir bis jetzt gut gefahren. In letzter Zeit aber machen wir doch einige Black Metal Shows, die, zugegebenermaßen in den letzten Jahren in Wien kaum mehr vorhanden waren. Und auch hier ist der Zuspruch sehr gut, weshalb wir das sicher weiter verfolgen werden. Metalfanatics: Wann ist ein Konzert ein persönlicher Erfolg? Wenn du auch selbst verdient hast oder ist das Konzert an sich entscheidender? Oder sieht man das irgendwann mal viel pragmatischer als anfangs? Ogerl: Natürlich schaut man auch aufs Geld bei einer Show. Das ist aber legitim, schließlich steckt ja auch viel Aufwand dahinter. Das wichtigste aber ist ein reibungsloser Ablauf und das sich sowohl die Bands als auch die Fans bei unseren Shows wohlfühlen und für ihr Geld etwas ordentliches geboten bekommen. Und ich denke mir, bis jetzt läuft alles gut und wir versuchen natürlich immer wieder tolle Shows auf die Beine zu stellen, was natürlich in der heutigen Zeit bei teilweise wahnwitzigen Gagenforderungen nicht mehr so einfach ist. Als Fan selbst freue ich mich wahnsinnig auf zwei Shows, die wir vor kurzem bestätigen konnten. Crowbar und Dying Fetus!! Zwei meiner absoluten Lieblingsbands. Aber um es nochmals zu betonen: Von Shows alleine kannst du definitiv nicht leben. Zum Abschluss möchte ich mich bei allen Leuten, die bisher unsere Shows besucht haben, recht herzlich bedanken. Ich hoffe es hat Spaß gemacht und ihr besucht uns weiterhin. Unsere Szene lebt nach einer Durststrecke wieder auf und das soll auch so bleiben!!! Alle Konzertinfos von Catapult Promotion gibt's selbstverständlich auch auf der myspace-Seite der Wiener Konzertagentur: www.myspace.com/catapultpromotion | |
| Das Interview führte: Aamon | |
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Till Burgwächter, Autor von solch wundervollen Büchern wie „Juhr Gait Tu Hewi Me...more |
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