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| Kaltenbach Open Air 2010 - Zurück in die Zukunft Das 8. Kaltenbach Open Air geht vom 15.-17. Juli 2010 über die Bühne und zwar auf jener in der altbekannten Waldlichtung am traditionsreichen KOA-Gelände. Wie es dazu kam und was man dieses Jahr an Neuerungen erwarten darf, erklärt uns Veranstalter Thomas Spiwak. | erstellt: 2010-06-25 ...alle Interviews |
Metalfanatics: 2009 war sehr durchwachsen für euch. Einerseits ein neues Gelände, neue Hoffnung auf eine generelle Vergrößerung. Dann zu wenig Besucher und schon eine Entäuschung. Was waren die Gründe für den schlechten Besuch? Spiwi: Na ja, unsere Zielsetzung waren knapp 2.500 Besucher pro Tag, welche wir klar und deutlich verfehlten. Besonders der Tageskartenverkauf für Samstag ließ vollständig aus, aber wenn man sich die Wetterlage dieses Samstages in Erinnerung ruft, ist dies im Nachhinein mehr als nur verständlich. Aber vielleicht hatten wir mit Amon Amarth einfach auch nur einen komplett überspielten Headliner am Start, welcher einfach schon zu oft auf Festivals und Clubshows zu sehen war. Im Nachhinein darüber zu grübeln ist so und so sinnlos, deshalb ist 2009 für uns abgehakt und wir konzentrieren uns voll und ganz auf 2010. Metalfanatics: Was war der wichtigste Grund, wieder ans alte Gelände zurückzugehen? Spiwi: Das uns mehr oder weniger fast aufgezwungene Experiment von 2009 am Grautschenhof ist definitiv an diesem Unwetter gescheitert, und eine weitere Veranstaltung auf diesem Gelände wäre aus sicherheitstechnischen Gründen, da man solche Wetterlagen definitiv nicht ausschließen kann, einfach nicht mehr zu verantworten gewesen. Von daher kam für uns eigentlich nur mehr die Rückkehr in den Kaltenbachgraben, wie auch schon kurz nach der 2009er Ausgabe auf der KOA-Website angekündigt, in Frage. Die Verhandlungen diesbezüglich begannen dann schließlich im Spätsommer 2009 und zogen sich bis Ende Dezember desselben Jahres. Schlussendlich konnten wir die Verhandlungen positiv abschließen und die Rückkehr in den Kaltenbachgraben war endlich wieder unter Dach und Fach. Metalfanatics: Wäre das letztjährige Gelände nochmals finanzierbar gewesen und wäre es überhaupt nochmals möglich gewesen abseits der Geldfrage? Spiwi: Diese Entscheidung hatte rein gar nichts mit einer Finanzierung zu tun. Das Gelände am Grautschenhof entpuppte sich aus sicherheits- und wettertechnischen Gründen leider nicht als die erhoffte Alternative zum Kaltenbachgraben, und von daher hätte es dort 2010 mit Sicherheit kein KOA mehr gegeben. Metalfanatics: Wie siehst du das Billing 2010? Spiwi: Ich für meinen Teil bin mit dem Billing sehr zufrieden, da ich denke, dass uns wieder eine gute Mischung aus Death, Black und Thrash, aber auch an alten Haudegen und vielversprechenden Newcomern gelungen ist. Auch freut es mich sehr, dass Dying Fetus und Primordial ihre letztjährig abgesagten Shows heuer nachholen werden, und auch der Rest des Billings kann sich mit Bands wie Dark Funeral, Asphyx, Shining, Aborted, Incantation, God Dethroned, Holy Moses, etc. durchaus sehen lassen. Mir ist schon klar, dass man nicht alle Geschmäcker befriedigen kann, aber im Prinzip sollte für jeden was dabei sein. Metalfanatics: Habt ihr Absagen bekommen von Bands, die ihr unbedingt wolltet? Spiwi: Klar kommt dies vor, aber ich möchte hier keine Bandnamen nennen, da es ja vielleicht in den anstehenden Jahren noch mit einem Auftritt auf dem KOA klappen könnte. Aber es gab verschiedenste Gründe wie Studioaufenthalte, Überschneidungen mit anderen Festivals, zu hohe Gagenforderungen oder auch Desinteresse seitens der jeweiligen Band am KOA zu spielen. Aber mal schauen, was noch so auf uns zukommt. Metalfanatics: Wird's dieses Jahr am alten Gelände dennoch Neuerungen geben? Rüstet ihr Stände-technisch (größere Auswahl an Essen) auf? Spiwi: Es wird einige Neuerungen in Bezug auf die Infrastruktur wie mehr Dixies, größeren Essenstand, mehr Getränkestände, etc. geben, aber die Details sind noch in Absprache, von daher wäre es noch zu früh zu viel darüber zu verraten. Metalfanatics: Wie lauft eigentlich die Organisation der Händlermeile ab? Bekommt ihr genügend Anfragen oder versucht ihr selbst, mehr Stände zu bekommen? Spiwi: Das Verhältnisse von Angebot und Nachfrage hält sich in etwa die Waage. Es gibt viele Stamm-Mercher am KOA und natürlich versuchen wir auch neue Interessenten zu finden. Heuer werden wir in etwa 20 Stände auf dem Gelände haben, also für genügend Auswahl sollte gesorgt sein. Metalfanatics: Das KOA kommt in den großen österreichischen Medien kaum vor. Macht es Sinn, hier mal etwas zu starten? Spiwi: Keine Ahnung, ist ein Festival wie das KOA eigentlich für Kommerz-Medien geschaffen? Ich denke nicht. Und unser erwünschtes Zielpublikum erreichen wir auch mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Metalfanatics: Ab wieviel Besucher seid ihr dieses Jahr zufrieden? Läuft der Vorverkauf dementsprechend? Spiwi: Meine persönliche Zielsetzung sind rund 1.800 Besucher pro Tag, wobei es schön wäre an der 2.000er-Marke zu kratzen. Der Vorverkauf liegt momentan im grünen Bereich und wir liegen im Schnitt von 2008 und 2009. Aber man wird sehen, wie sich der Vorverkauf noch in den nächsten Wochen entwickeln wird. Metalfanatics: Momentan teilt sich die Metalszene zusehends in Spartenhörer. Ihr bedient das eher brutale Metalsegment, aber sogar da gibt's ja gewaltige Unterschiede. Versucht ihr überhaupt, Brutal Death/Deathcore oder z.b. Black Metal unter einem Hut zu bringen oder tendiert ihr doch in eine Richtung? Spiwi: Na ja, ein Blick auf das Billing spricht hier wohl für sich. Dying Fetus trifft auf Dark Funeral, Asphyx auf Primordial, Aborted auf Shining, Holy Moses auf Keep of Kalessin, Incantation auf Darkane, God Dethroned auf Skyforger und so weiter und so fort. An Abwechslung im Billing sollte es also meiner Meinung nach nicht fehlen. Wir wollen einfach jedes Jahr eine gemütliche Mischung aus den verschiedensten Sparten des Extreme Metals zusammenbasteln. Reines Spartendenken gibt es bei uns eigentlich nicht. Sicher hat jeder von uns seine bevorzugte Stil-Richtung, aber die Mischung macht es eben aus. Metalfanatics: Was sind musikalische Gründe, dass ihr eine Band rein deshalb ablehnt? Spiwi: Prinzipiell haben wir unsere Vorstellung was oder wen wir für das KOA buchen wollen oder nicht. New Metal oder auch Kinder-Metalcore wird es auf dem KOA definitiv nie geben. Wir tendieren hier wohl eher in die Old-School-Schiene, auch wenn wir hier an den momentanen Trends etwas vorbei schrammen. Aber scheiß drauf, Tendhopser kann jeder sein, man muss seinen Werten treu bleiben! Metalfanatics: Was wären die inhaltlichen Gründe? Spiwi: Meerjungfrauen, Masters-Figuren-Schänder, BP-Tankstellen, Deutsche Fußball Nationalmannschaft und natürlich jegliche Art von politischem Radikalismus oder Extremismus. Aber ernsthaft, es gibt sicher viele Themen die wir tolerieren, aber bei politischem Extremismus, egal wohin sich dieser orientiert, hört sich bei uns der Spaß auf. Wir durften am KOA schon beide Seiten dieser Medaille betrachten, jetzt zwar nicht in Form von Bands, aber wir möchten nochmals jeden darauf hinweisen, dass das KOA keine politische Veranstaltung ist, sondern eine Metal-Party für jedermann, egal welcher Hautfarbe, welcher ethnischen Zugehörigkeit und egal was auch immer. So war es schon immer, und so wird es auch immer sein!!! Metalfanatics: Wie siehst du die Entwicklung des Metalfests, welches ja auch eher entäuschend besucht war? Spiwi: Da ich nicht selber vor Ort war, kann ich mir auch nicht wirklich eine Meinung darüber bilden. Prinzipiell hielt ich dieses Band-Sharing unter den verschiedenen Metalfest-Veranstaltungen für eine gute Idee, da man so sicher viele Bands aufgrund der erhöhten Auftrittsanzahl an einem Wochenende zu günstigen Konditionen bekommt. Aber vielleicht sind die Wochenendüberschneidungen doch nicht die ideale Lösung, und man schnappt sich selber einige Besucher damit weg. Aber ich möchte hier nicht klugscheißen, da ich zu wenige Hintergrundinformationen habe, sondern möchte mich voll und ganz auf die Belange rund um das KOA konzentrieren. Metalfanatics: Dort gab's dieses Jahr im negativen Sinne vor allem Auflagen bezüglich Sound. Habt ihr auch mit solchen Problemen zu kämpfen? Spiwi: Soundauflagen gibt es am KOA keine, nur die Sperrstunde für Live-Musik wurde von den Behörden von 02.00 auf 01.00 vorverlegt. Danach geht es aber ganz normal mit einer After-Show-Party mit DJs auf dem Gelände weiter. Eigentlich alles so wie jedes Jahr. Metalfanatics: Euer Festival ist das eigentliche Szene-Treff der österreichischen Metalszene. Habt ihr das eigentlich bewußt bewirkt, oder ist das einfach so passiert? Spiwi: Na ja, Szene-Treff finde ich jetzt vielleicht etwas übertrieben, wer hinkommen will, kommt hin, und natürlich trifft man bei rund 2.000 Besuchern auch einige bekannte Gesichter von anderen Bands oder auch anderen aktiven Sparten der „Szene“. Aber am Schönsten ist es doch einfach wenn man mal wieder alte Bekannte trifft, die in anderen Bundesländern oder Ländern leben und man diese unter dem Jahr nicht so oft sehen kann. Vielleicht liegt es auch einfach an der Größe des KOA, dass man hier noch gemütlich mit guten alten Bekannten seine Hopfenkaltschale schlürfen kann, ohne dass man alle 2 Minuten angerempelt oder über den Haufen gerannt wird. Uns gefällt es so, und so wird es auch bleiben. Metalfanatics: Wie anstrengend sind die Monate vorm Festival? Könntest du dir das als Fulltime-Job vorstellen? Spiwi: Im Prinzip ist ein Full-Time-Job, nur eben einer von dem man nicht leben kann. Neben meiner täglichen Arbeit kann es schon mal vorkommen, dass man dann noch zusätzlich zu Hause bis spät abends vor dem Privat-PC sitzt und diverse Sachen für das KOA erledigen muss. Aber für diese 3 geilen Tage macht man das gerne, und der Spaß der Fans und der Anblick von der Bühne ist es einfach wert. Metalfanatics: Welche Bands werden die Highlights aus deiner Sicht? Spiwi: Fiese Frage. Aber Dying Fetus werden sicher fett, von Asphyx erwarte ich mir im Sinne meiner alten Jugendtage auch so einiges, Dark Funeral sollten mich auch nicht enttäuschen, und auch auf Fr. Classen mit Holy Moses freue ich mich schon besonders, haha! God Dethroned werden sicher abräumen und auch Skyforger habe ich noch gut in Erinnerung. Bei den lokalen Bands bin ich schon gespannt auf Harmanic, Varulv, Horns of Hattin und Erebos. Und ich hoffe auch, dass uns mit Darkfall wieder ein guter KOA-Auftritt gelingt. Hauptsache den Fans macht es Spaß! Metalfanatics: Habt ihr eineerzählenswerte Insideranektote für unsere Leser vom letzten Jahr? Spiwi: Scheiß Wetter, Spitzenräusche von Mittwoch auf Donnerstag, von Donnerstag auf Freitag, von Freitag auf Samstag und natürlich von Samstag auf Sonntag, dies sind meine Anekdoten. Und unglaublich arrogante Manager diverser Bands! Metalfanatics: Bezüglich Tickets, bezüglich Hotels, bezüglich Anreise... Hast du da Tipps für Spätentscheider oder Erstbesucher? Spiwi: Tickets sollte es noch ausreichend an der Abendkassa geben, Hotels sollten langsam gebucht werden, Anreise am besten per Auto oder Bahn, Infos zum Shuttle Service gibt es auf unserer Website. Metalfanatics: Fürchtet ihr euch vorm Wetter? Dieses Jahr ist ja alles möglich, oder geht ihr da abgesichert an die Sache ran? Spiwi: Dort oben hat man vorm Wetter immer Angst, aber da der Untergrund im Kaltenbachgraben nicht so weich wie am Grautschenhof ist, kann uns so eine Überschwemmung wie 2009 definitiv nicht passieren, und wir sind auf alle Fälle vorbereitet. Metalfanatics: Metalfanatics wünscht euch viel Glück dieses Jahr und auch wir hoffen auf viel Besuch und gute Stimmung beim familiärsten Metal-Open Air Österreichs. Spiwi: Vielen Dank für diesen netten Plausch, und immer brav austrinken, damit das auch mit dem Wetter klappt!!! www.kaltenbach-openair.at koa 2010-billing im metalfanatics-festival-guide 2010: www.metalfanatics.net/start_detail.php?page=festivals10_detail&ID=152 | |
| Das Interview führte: Aamon | |
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