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| online seit: 2009-08-20 | ||||||||||
Einleitend: Nun war es also soweit. Das Experiment „Gelände 2009“ ist über die Bühne gegangen und wie immer, wenn viele Leute aufeinander treffen, gibt es gegensätzliche Ansichten über die Für und Wider. Aber vielleicht zuerst zu den Fakten: Wie üblich war für viele der Anreisetag der Mittwoch vor dem Festivallaunch, und das war exakt der Tag, der vieles an Planung für die Veranstalter über den Haufen geworfen hat: schwerer Regen, Sturm, Hagel setzten den Campern ebenso zu, wie der bereits installierten Infrastruktur der KOA-Teams. Von der Stromversorgung am gesamten Gelände, Beleuchtung am Campingareal bis hin zur Festigkeit des Bodens, nichts war mehr so, wie geplant. Und während die Veranstalter ab diesem Zeitpunkt gezwungen waren, die Grundversorgung aufrecht zu erhalten und Schadensbegrenzung zu betreiben, kamen natürlich genug Leute laufend an, die von den Unwettern der vorangegangenen Nacht nichts mitbekommen hatten und somit einzelne Missstände nicht verstanden (oder verstehen wollten). Bezüglich des Campingareals ist natürlich das herrliche Bergfeeling verloren gegangen, sah man doch nur ein paar bewaldete Hügel hinter der Autobahn aufragen. Trotzdem: der Hauptcampingbereich schlängelte sich zwischen einem Bach (kurioserweise halten bis heute noch viele dieses mit Fröschnitz benannte Rinnsal für den Kaltenbach, obwohl dieser merklich völlig woanders verläuft) und einem idyllischen Fichtenwald. Ehrlich gesagt: wem dergleichen herrliche Landschaft nicht zusagt, der sollte ernsthaft hinterfragen, ob er nicht auf urbanen Indoorfesten besser aufgehoben wäre...
Das Festivalareal selbst war diesmal dermaßen weitläufig, dass man gut und gern ein Zigfaches der heuer überraschend eher wenigen Besucher untergebracht hätte. Im Prinzip ein sehr ausbaufähiges Gelände im Hochwasserauffangbecken, allerdings wirkten die Stände und Zelte fast schon etwas verloren darauf, und auch der Bühnenbereich, der für die Zuschauer im Prinzip optimale Einsicht auf die Bühne bot, nahm gerade mal einen Bruchteil des Areals ein. Wäre das Kaltenbach heuer bereits auf 7 oder 8000 Zuschauer angewachsen, wäre man wohl mit diesem Gelände nicht verkehrt gefahren, allerdings wäre dann zusätzliches Campingareal dringend nötig gewesen. Zum Gastrobetreiber sei noch erwähnt, dass man angenehmerweise auf jegliches Pfandsystem verzichtet hatte, die Bierpreise im üblichen Bereich lagen (wenn auch 0,4 Liter Becher in Österreich eher zu Unmut beitragen), die Speisen aber mitunter schon äußerst geschmalzen feilgeboten wurden (Schnitzelsemmel um €4,50...). Äußerst gut kam im Übrigen zwischenzeitlich das Partyzelt an, bei dem die üblichen Verdächtigen DJ-Urgesteine wie Metalwarrior, LU und Konsorten wüteten. Letzterer (LU, nicht Konsorten) – der diesmal brav durchhielt, um mir einen kleinen Seitenhieb auf das Northern Lights Festival zu erlauben – wurde teilweise aufgrund seiner grand selection sogar abgefeiert wie ein Rockstar. Aber hören wir uns mal die Vorortsichtung meines Kollegen Bertl an, wie dieser die Eindrücke hautnah verarbeitet hat: (Eirik) Nunmehr auf einem neuen Gelände gelegen, präsentierte sich das Kaltenbach Festival gleich links nach der Autobahnabfahrt mit einem großen Supermarkt (keine Namen, wir wollen doch keine Schleichwerbung machen – nur soviel sei verraten – am Bier-Supply wurde nicht geSPARt ;-)), der einem gleich einen guten Eindruck vermittelte, wo der Bertl den Gerstensaft herholen sollte (oder Bartl den Most, je nach Belieben). „Black Hordes of Bierpaletten-Schlepping“ ist wohl der beste Ausdruck, um das geschäftige Treiben zu schildern. Ein vielversprechender Beginn… Sofern man nicht auf dem Parkplatz hinter der Bühne stand (die Variante für die „Ich gehe gerne 8 Kilometer mit Marschgepäck“-Festivalbesucher), ging es unter der Brücke durch, dann Müllsack genommen (zum Thema Müllsäcke später mehr), über eine Brücke, und da war man schon. Was für ein Luxus – traumhaft kurze Distanzen zwischen Bier-Supply, Parkplatz und Gelände – metallisches Herz, was willst Du mehr ? Nach Absolvierung der schweißtreibenden Zelt- und Pavillon-Aufstellung dann das, worauf man sich eigentlich immer am meisten freut – das erste KALTE (!!!) Gerstenkracherl (an dieser Stelle eine gewaltige Danksagung an den netten Supermarkt-Mitarbeiter, der mir den Weg zum Bier-vollgepferchten Kühllager wies). Das Leben kann so schön sein. Im übrigen an dieser Stelle ebenfalls ein gewaltiges Dankeschön an Dani und ihre Truppe, die dem Rezensenten tragetechnisch dermaßen unter die Arme griffen, dass ein mehrmaliger Gang zum metallischen Vehikel (The Mortal Engine !!!) unterbunden wurde. Aber keine Müdigkeit vortäuschen, jetzt gilt es erst einmal, das Gelände zu erkunden: Ausreichend Dixies, links ein malerisches kleines Flüsschen, dann einen kleinen Abhang hinauf, und man konnte das gesamte Konzertgelände überblicken: Links etliche (übrigens sehr gut sortierte) Merchandise-Stände, ein Met-Stand, eine große Bar vor der Bühne, ein großes Bier- bzw. Party-Zelt, ein RIESIGES Verkaufszelt mit allem, was das Herz des cholesterinbewussten Fans begehrt (Schnitzel, Würstel, …), und ein Autogrammhäuschen, dazu am ersten Tag Kaiserwetter (inkl. Sonnenbrand und Brand am nächsten Tag in der Früh ;-)).
Beginnen wir am ersten Tag mit dem Headliner Hackneyed: Standen sie zu Beginn ihrer Karriere noch ein wenig unter dem liebevollen Banner des „Kleine Brüder von Cannibal Corpse“-Syndroms (remember das kultige Turnsaal-Video ?), so präsentierten sie sich nun als gereifte Band mit entsprechender Bühnenpräsenz, was den exzellenten Songs zusätzlich Nachdruck verlieh. Ein Brett jagte das andere, Blastbeats, Growls und Stakkato-Rhythmen gaben sich die Klinke in die Hand, und es stand zu befürchten, dass der Rezensent bereits an diesem Abend sein komplettes Nackenwirbel-Ausrenkungspensum verbrauchen könnte. Genialer Headliner Nummer 1. Tagwache an Tag zwei war wie immer viel zu früh – halb neun. Dem Erfinder des lichtdurchlässigen Zeltes sei Dank . Nach der kurzen Fröstel-Fußdusche im eingangs erwähnten Flüsschen dann ein Alibi-Kaffee, bevor es wieder in medias res ging (hicks). Die frühnachmittägliche Bierzelt-Erkundung wurde in weiterer Folge von sportlichen Innovationen und gleichzeitigen Höhenflügen jäh unterbrochen. Zwei dezent illuminierte Herren in Lederhosen kreierten eine hoffentlich bald offiziell zugelassene Sportart: das Table-Surfing. Die Regeln sind denkbar einfach. Nach Erreichung des vorgeschriebenen Promille-Grades stelle man (je nach Können) 2 bis 3 herrenlos in der Gegend herumstehende Bierzelttische unter freiem Himmel nebeneinander, nehme gehörig Anlauf und schwinge sich unter Darbietung verschiedenster Figuren und Verrenkungen möglichst unelegant über besagte Tische. Die Landung mag dabei auf den Füssen, alternativ auch bäuchlings oder rücklings erfolgen. Das Gaudium der immer zahlreicher werdenden Zuseher war enorm, bis zu dem Zeitpunkt, als ein juveniler Table-Surfing-Debütant einen Salto rückwärts versuchte und sich dabei eine leichte Blessur am Bein zuzog. Aber es kann gleich Entwarnung gegeben werden – eine halbe Stunde später wurde er wieder einwandfrei torkelnd mit Hopfenkaltschale in der Hand gesichtet. Doch nun zu Outrage – wie immer mit obligaten Logo-Flaggenaufstellern bewaffnet, enterten sie die Bühne und zeigten Kaltenbach, wo der Hammer hängt – ein geiler Midtempo-Death-Kracher jagte den anderen, und trotz gewaltiger Hitze wurden etliche letzte Mosh-Reserven mobilisiert, wobei die 5 Rager wie immer sichtlichen Spaß hatten. Das Publikum dankte es entsprechend und feierte ihre Helden gebührend ab. Respekt. Dark Fortress. - Eine Macht des schwarzen Metalls. - Eine Bastion klirrender Kälte (trotz Hitze). - 6 Fürsten der Finsternis im Fürchteforst (am Semmering). Was dieses (auch wenn gleich der Aufschrei der Puristen folgt) unglaublich sympathische Quartett darbot, war mehr als großes Kino – bei Tageslicht eine derart bedrohliche Atmosphäre pechschwarzer Nacht zu schaffen, das schaffen nur wenige. Songtechnisch konnte sowieso nichts schiefgehen, und so präsentierten sich DF als das heimliche Highlight des Festivals – energetisch, episch, majestätisch – GÖTTLICH (oder satanisch, wie man will) ! Nach der mehr als soliden schwarzmetallischen Darbietung von Melechesh kann man (sobald man die bedauerliche Absage von Dying Fetus verkraftet hatte) über Dark Tranquillity (die ich mittlerweile wohl schon 10 Mal gesehen habe) eigentlich nur folgendes sagen – ein genialer Querschnitt aus der bisherigen Schaffenszeit, hoch motivierte Musiker, viel Bewegung, ein prächtig gelaunter Mikael Stanne, ein zu Recht begeistertes Publikum. Genialer Headliner Nummer 2. Tag 3. Ein Gespräch unter 2 Metallern: Der erste: (gegrölt) „Death in Fire.“ Der zweite: „Na - Death in Gatsch.“ (wohl der kultigste Ausspruch des gesamten Festivals abgesehen von den Ansagen des Belphegorschen Fronters) Wer dabei war, weiß, was ich meine. Sintflutartige Regenfälle verwandelten das Gelände binnen weniger Stunden in ein Schlammbad apokalyptischer Ausmaße. Es mag diese Assoziation in Kombination mit der Thematik des schweren Metall sein, die den Rezensenten nichtsdestotrotz mehr als frohgemut sein ließ (ohne dabei die wohltuende Wirkung der mehrfachen morgendlichen Frühstückshülse außer acht zu lassen). Mehrfache Versuche, grimmige Mit-Fans zu motivieren, fruchteten Satan sei Dank, und so konnte auch Tag 3 entspannt beginnen, und zwar mit modischen Errungenschaften, trug doch der Rezensent zum Zwecke des trockenen Tragens von Festival-Equipment zum Mortal Engine ein gewagtes Ensemble aus hellblauem Müllsack-Mini und dazupassenden Müllsack-Moonboots Marke „Hansäh Hintasäha auf Gerstensaft“. Die Reaktionen waren teilweise vergleichbar mit dem Wiesen’schen Häschenmann und trugen dem modebewussten Rezensenten sogar die Höchst-Kartonnote der (Sonntags etwas) bewertungsunwilligen Zeltnachbarn ein. Was will man mehr… Der Nachmittag brachte dann zur (Dixie-)Erleichterung aller Entspannung, und so konnten die nachmittäglichen Bands zwar im schlammigen Untergrund, aber mit trockenem Knie-Aufwärtsbereich bewundert werden. Und abends ging es dann Schlag auf Schlag (in die akustische Fresse): Thyrfing (sagt man nun Thajafing oder Dürfing ???) im eher rockigeren Outfit, dafür düsterer als zu Valdr Galgas-Zeiten, aber genauso beeindruckend, gefolgt von Belphegor, die sichtlichen Spaß hatten, ihre strengen Liebeslieder gekonnt unters hungrige Volk zu bringen (bitte nächstes Mal noch mehr Ansagen), dann die Recken von Einherjer mit abwechslungsreichem Pagan-Metal, gefolgt vom genialen Headliner Nummer 3: Amon Amarth. An dieser Stelle einige Erkenntnisse: Johan Hegg trinkt gerne das beste Bier der Welt (Guinness), ist wohl der freundlichste Wikinger aller Zeiten, verdient das Prädikat „Honigkuchenpferd auf der Bühne mit gewaltigem Org(k)an“, Amon Amarth walzen einfach alles nieder und sind in ihrem Bereich zur Zeit wohl unbestritten eine unerreichbare Größe. Erschöpftes, nackenmuskelverspanntes, aber glückliches Fazit: Nächstes Jahr PFLICHTPROGRAMM. Besonderer Dank geht an dieser Stelle an: Die Veranstalter des Kaltenbach-Festivals, die eine großartige Bandauswahl getroffen haben und abgesehen von Naturereignissen ein authentisches und beeindruckendes Festival auf die Beine gestellt haben, das sich wohltuend von anderen Massenveranstaltungen abhebt; an Dark Fortress fürs Backstage-unglaublich-sympathisch-Sein, an meine Metalfanatics-Kollegen; an Harald, Martina, Dani und den Rest unserer Truppe (ich habe die Namen teilweise schon wieder vergessen ;-)), meine holde Gattin und meine Nichte, die Juroren des Nachbarzeltes und last but not least an die nette Security Dame, die trotz mehrfachen Bettelns meinerseits partout keine Ganzkörperkontrolle bei mir machen wollte…(Bertl) Noch ein paar Band-Eindrücke: Die Show von MELECHESH wäre schon headlinertauglich gewesen, zumindest wenn man nach dem Publikumszuspruch geht. Die ursprünglich aus Jerusalem stammenden Prog- Blackies legten einen mitreißenden Auftritt hin, der wohl niemanden kalt ließ. Sumerian Thrashing Black Metal nennen die Vier selbst ihren ureigenen Stil, der grob umrissen aus eingängigem Black Metal mit orientalischen Einflüssen und progressiven Strukturen besteht. Live eine absolute Macht, konnten sie sicherlich den einen oder anderen Fan dazugewinnen. Gut dass ich zufällig trotz Gluthitze im Bühnenbereich herumlümmelte, als die ungarischen HALOR gerade loslegten. Nicht gerade Kaltenbach- typisch heizte der Vierer mit Achtziger Heavy/Thrash Metal dem kleinen Häufchen Menschen vor der Bühne noch zusätzlich ein. Doppelläufige, melodische Leads und thrashige Riffgewitter ließen die Herzen der Traditionalisten höher schlagen und verbunden mit der knallenden Sonne, dem Kreislaufkollaps gefährlich nahe kommen. Naturgemäß gibt’s auf einem Festival an einem relativ heißen Nachmittag nicht viel zu holen. Die St. Pöltener Melodic Deather EPSILON mühten sich aber redlich ab und bekamen auch verdienten Beifall vom noch spärlich vorhandenen Publikum. Vor allem Sänger Jorgo war ständig am Interagieren und Anheizen, turnte auf den Amps vor der Bühne und feuerte die Meute an, was sich doch noch bezahlt machte. Als Abschluss des zu kurzen Gigs gabs ein Cover von „Great Balls Of Fire“ mit „Reign In Blood“- Riff. NOISEBAZOOKA waren eher lächerlich und somit schon wieder unterhaltsam. Das Wiener Duo besteht nur aus Gesang (oder eher undefinierbare Laute) und Gitarre, die Drums kamen vom Band. Der Schreihals mit dem Mikro absolvierte Trockenübungen im Rückenschwimmen und verbrachte geschätzte 75% des Gigs am Boden liegend, während der Klampfer scheinbar wahllos übers Griffbrett schrubbte, sowas wie Songstrukturen waren nicht auszumachen. Lustig anzusehen war es aber allemal. CREMATION sind immer sehenswert. Auch diesmal, obwohl sie sich mit einigen Problemchen herumschlagen mussten. Speziell die wechselweisen Ausfälle der Monitorboxen waren lästig, da die Band zeitweilig im „Blindflug“ spielen musste. So ging leider auch der Härtetest mit zusätzlicher Sängerin in die Hose, weil die Dame dadurch ziemlich schief klang. Ansonsten aber ein gewohnt guter Auftritt, bei dem einige neue Stücke präsentiert wurden, die Lust auf mehr machen. Aufs kommende Album darf man also gespannt sein. Nicht mehr als langweiligen Durchschnitt boten die Tschechen F.O.B. vom musikalischen Aspekt. Das Stageacting war durchaus ambitioniert und professionell, ihren (Death)Metalcore hat man allerdings schon zu oft von anderen Bands gehört. THYTOPIA mussten bei strömendem Regen ran, während der Bereich vor der Bühne immer mehr zum Badeteich mutierte. Trotzdem kamen 20-30 Unentwegte, um sich die Show anzusehen und sie wurden nicht enttäuscht. Die Band selbst hatte wohl mit weniger Unterstützung angesichts der widrigen Umstände gerechnet, denn die Kärntner waren ziemlich dankbar, dass sich überhaupt jemand blicken ließ. Vielleicht gaben sie gerade deswegen noch mehr Gas und lieferten einen makellosen Auftritt ab. Vielleicht lags aber auch an der Vielzahl an Gigs die sie in diesem Jahr schon runtergespult haben. Von Routine trotzdem keine Spur. Zeit für Grindcore in seiner ursprünglichsten Form. Bei ROTTEN SOUND hört man, dass Grindcore der Punk/Hardcore Bewegung entspringt. Die wahnsinnigen Finnen gehören zweifellos zu den besten und kultigsten ihrer Zunft. Das sahen auch die meisten Anwesenden ähnlich, denn zünftigere Moshpits gab es bei keiner anderen Band des Festivals, sogar ein paar Stagediver ließen ihrem Trieb zu den Brachialklängen freien Lauf. In 50 Minuten spulte das Abrisskommando ein intensives und kräfteraubendes Programm runter, das von einer epileptischen Lightshow unterstützt wurde. (Kreuznagel) Die schwedischen VOMITORY mussten Freitag nachmittag ran und boten erwartungsgemäß ihren relativ melodischen Brachial-Death Metal mit leicht crustigen Zügen auf hohem musikalischen Niveau. Dennoch macht die Truppe bei schweißtreibenden Club-Gigs bessere Figur. Es ist eher die Musik, die man bei dieser Band spürt, als irgendwelche Showmätzchen, die an einem hitzigen Spätnachmittag notwendig gewesen wären, um das dieses Jahr generell träge Publikum aufzuwecken. Samstag nachmittag hatten Bands, wie z.b. die Wiener Grind-Death-Fraktion PARENTAL ADVISORY, etwas Pech, weil die Leute sich nach dem Dauerregen erst langsam bei der Mainstage einfanden. Vor wenig Leuten gab's dennoch tighten Brachial Death Metal zu hören. Etwas mehr los war 2 Stunden später bei EVOCATION, die mit ihrem eher groovigen Death Metal trotz Kälte etwas mehr Stimmung erzeugen konnten, als ihre Landsleute von VOMITORY einen Tag davor. Ein richtiges Highlight setzten danach noch die Ami-Black Metaller von ABSU, die ihre technisch extrem versierte Black Metal-Variante mit leichter Morbid Angel-Schlagseite messerscharf ins Volk knallte. Richtig gute Zuschauerreaktionen waren die Folge. Nach dem extrem mächtigen BELPHEGOR-Gig gab's leider Langeweile pur mit den wiedervereinigten Pagan-Metallern EINHERJER, die schon damals langweilig musizierten und einfach zu wenig Feuer entfachen konnten. Das war bei den kühlen Temperaturen und der Tatsache, daß alle Anwesenden nur noch auf Amon Amarth warteten, wohl auch nicht anders möglich. Abschließend: Dieses Jahr wollte das Kaltenbach Open Air die logische nächste Stufe erklimmen, testeten ein neues, größeres Gelände und konnten die zwar vielfach verschmähten, aber dennoch als eine der momentan angesagtesten europäischen Metalbands geltenden Amon Amarth fürs Festival gewinnen. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit und die anvisierte Besuchersteigerung gab's wohl nicht ganz. Scheinbar ist es in Österreich nicht möglich, mit einem erstklassigen Real Metal Billing die 4-5000 Zuschauer-Grenze zu knacken. Das Summernights-Festival muss man hier ausklammern, da dort die Hälfte der Zuschauer aus Deutschland anreist und mit noch höherem Budget gearbeitet wird. Dieses Jahr sprach eigentlich einiges dafür, dass dies möglich wäre. Das KOA hat mittlerweile einen sehr guten Namen, ist hierzulande bekannt, spricht aber billingtechnisch wohl doch nicht den Freizeit-Metalhörer an. Das eigentlich sehr schöne neue Gelände selbst provozierte naturgemäß die unterschiedlichsten Meinungen, noch bevor der samstägliche Dauerregen einsetzte. Tatsache ist, dass das Gelände, welches nächstes Jahr nach Angaben der Veranstalter nicht mehr benutzt werden wird, ausbaufähig ist und klar doppelt soviele Besucher vertragen hätte, wie dieses Jahr da waren. Die Anordnung der Infrastruktur wirkte durchdacht und war offen (auf mehr Zuschauer) ausgelegt, was natürlich zur Folge hatte, dass einige Stände dank zu wenig Besucher etwas verloren wirkten. Der Dauerregen war natürlich in seiner Art ein Extremszenario und hatte zur Folge, dass einige Campingbereiche und Teile des Backstagebereiches dem Wasser zum Opfer fielen. Den wichtigen Bühnenbereich hat man gerettet. Viel mehr war unter den Gegebenheiten dort wohl nicht zu machen. Grundsätzlich hat man aber diesbezüglich schon viel Schlimmeres erlebt. Eigentlich erstaunlich, wieviel grüne Flächen auch dann noch gut begehbar waren. Interessant die Frage, ob generell die Erkenntnis, dass in diesem Gebiet bei ähnlichem Extrem-Wetter auch zukünftig nicht genug Möglichkeiten für eine großflächigere Boden-Stabilisierung vorhanden sind, zur Entscheidung führte, wieder aufs alte Gelände zurückzukehren, oder aber, ob sich herausgestellt hat, dass auch zukünftig wohl nicht mehr Leute zu erwarten sind? Ausbaufähig wäre es grundsätzlich wohl. Die für einige Campbereiche zu langen Gehwege wären wohl wegzubekommen, die Verlagerung und Vergrößerung von einzelnen Campbereichen in Richtung Mainbereich plus Neuanordnung des Mainstagebereiches wären wohl grundsätzlich auch möglich. Man wird sich finanziell sicher realistisch und richtig entschieden haben. Traurig ist es dennoch ein wenig. Hoffentlich gibt’s Möglichkeiten, dass das Kaltenbach Open Air dennoch noch zu einem „noch“ gemütlichen 5000er-Festival anwachsen kann. Einige, glücklicherweise wenige Fans traten am Samstag im Dauerregen die Heimreise an. Sie hätten länger warten sollen. Meist hört Regen auch auf und rechnen muss man damit auch immer. Womöglich waren es auch Leute, die bereits etwas angepisst waren von der Dying Fetus-Absage (Statement auf der KOA-Page) am Freitag und zusätzlich vom Samstag nicht mehr viel erwarten konnten in diesem Metalgenre. Am Samstag dominierten die klassischen Metalspielarten. Die, die blieben, hatten danach relativ okaye Bedingungen. Kein Regen mehr, keine brutale Hitze, dafür zwar Schlamm und Kälte, aber doch noch alles im grünen Bereich, bis auf die, die das Pech hatten, an völlig falschen Plätzen gezeltet zu haben. Die Stimmung war aber generell etwas raus. Die Veranstalter brachten das Festival mit Hochdruck zu Ende, die Fans harrten eher emotionslos aus. Für die Veranstalter war es jedenfalls gut, einen abschließenden Festival-Höhepunkt wie Amon Amarth gehabt zu haben. Ohne diese Band wären wohl einige Leute mehr heimgefahren. So blieben die meisten Fans trotz Kälte bis zum Grande Finale. Amon Amarth lieferten nicht ihren besten, aber einen soliden (bedeutet noch immer: arschgeilen) Auftritt und es entstand sogar noch richtig gute Stimmung trotz anfangs miserablem Sound. Glücklicherweise wurde das Festival doch noch gut über die Runden gebracht, musikalisch gab's ohnehin wenig zu meckern und hoffentlich das nächste Jahr mit 3 Tagen Sonnenschein, wo das KOA auch immer stattfinden wird... |
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Till Burgwächter, Autor von solch wundervollen Büchern wie „Juhr Gait Tu Hewi Me...more |
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